Gibt das Leben dir eine Zitrone, mach Limonade daraus – Weihnachtsaktion “Mehr Würze ins Marketing”

Die heutige Würzgeschichte in Heide Liebmanns Adventsaktion dreht sich um die Zitrone.

Stellen Sie sich bitte eine Zitrone vor: Gelbe Schale, innen Fruchtfleisch. Sie beißen hinein – und ?

Haben Sie den Mund verzogen? Hat das Saure Sie nicht lustig gemacht?

Dann sollten Sie das heutige Motto von Heide Liebmann befolgen:

Gibt Ihnen jemand Zitrone, machen Sie Limonade daraus.

Anders gesagt, bearbeiten Sie die Zitrone so lange, bis Sie Ihnen schmeckt.

Und was hat die Zitrone mit Marketing zu tun? Ganz einfach. Wenn Sie etwas sauer finden, finden Sie herau, ob Sie positive Seiten daran entdecken können.

Sauer aufstoßen können Ihnen zum Beispiel die nervigen Rechtsvorschriften zum Marketing . Verbote, wo man hinsieht. Und das, wo Sie sich endlich aufgerafft haben mit Ihren Kunden in den Dialog zu treten. Per Telefon, per Email, Fax oder SMS.

Sie greifen also zum Hörer, doch halt! Cold Calling ist verboten. § 7 UWG stellt klar, dass Werbung, die einen Markteilnehmer in unzumutbarer Weise belästigt, unzulässig ist. Dazu gehören unerbetene Telefonanrufe, Emails und Faxe.

Vor allem für Telefonwerbung ist die Luft dünner geworden. Seit dem 4. August 2009 ist das Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung und zur Verbesserung des Verbraucherschutzes in Kraft, welches unerbetene Telefonanrufe mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro sanktioniert. Außerdem verboten: Werbeanrufe mit unterdrückter Telefonnummer. Hier droht eine Geldbuße von bis zu 10.000 Euro.

Sie lassen den Hörer sinken und überlegen, wie Sie aus der Vorschriftenzitrone Limonade machen können. Ganz ehrlich: Wenn Sie kein abgebrühter Callcenter-Agent sind, sondern ein netter normaler Freiberufler oder eine ganz gewöhnliche freundliche Gewerbetreibende, sind Sie doch auch froh, wenn Sie niemanden belästigen müssen – oder?

Dann sollten Sie nach einem eleganten Weg suchen, die Zustimmung Ihres Kunden dafür vorher zu bekommen, dass Sie ihn anrufen, ihm mailen oder faxen dürfen. Nur wenn Sie seine Zustimmung bekommen haben oder sie rechtlich nicht notwendig war, verstoßen Sie mit einem Anruf nicht gegen das UWG und es drohen weder Abmahnung noch Bußgeld.

Werbung in laufender Geschäftsbeziehung

Verzichtbar ist die Einwilligung, wenn Sie mit dem Kunden bereits eine laufende Geschäftsbeziehung haben und er bereits früher ähnliche Produkte oder Dienstleistungen von Ihnen gekauft hat wie die, für die Sie jetzt werben wollen.

Denken Sie also nach: Haben Sie ihm früher schon Urlaubsreisen in die Türkei, Ehecoaching oder Katzenfutter verkauft oder zumindest mit ihm darüber Verkaufsverhandlungen geführt? Und wollen Sie ihm jetzt Last-Minute-Griechenland, Scheidungsaufarbeitung oder Hundefutter anbieten?

Wenn ja, könnte man Ihr Angebot als zumindest ähnlich ansehen. Folge: Sie brauchen sich um eine extra Einverständniserklärung keine Gedanken zu machen. (Ein Grund mehr, warum einmal geknüpfte Kundenbeziehungen so wertvoll sind.)

Einwilligung bekommen

Wie  bekommen Sie die Einwilligung in Mails und Telefonanrufe, Fax und SMS? Wenn ein Kunde etwas bei Ihnen bestellt, erfragen Sie freundlich seine Einwilligung, ihn über weitere Produkte/Dienstleistungen zu informieren. Versichern Sie ihm, dass Sie seine Privatsphäre respektieren und kein Callcenter sind und ihn weder vor 8.00 Uhr noch nach 20.00 Uhr anrufen und nie an Sonn- und Feiertagen nie.

Wenn Sie ein Mailing oder einen Newsletter verschicken wollen, ist neben dem normalen Mailing per Post eine der effektivsten Möglichkeiten mittlerweile das Newsletter-Abo auf der Webseite. Damit können Sie die Erlaubnis vom Empfänger bekommen, mit Ihrer Mail oder Ihrem Newsletter beschickt zu werden.

Wenn Sie noch keinen Newsletter anbieten, sollten Sie es noch heute beginnen. In diesen können Sie allen Inhalt hineinpacken, den Sie möchten. Sie müssen nur dafür sorgen, dass Ihr Kunde den Newsletter auch will. Kunden, die etwas wollen, sind weitaus empfänglicher für Ihre Botschaften als Kunden, die nichts von Ihnen wollen, banale aber zutreffende Erkenntnis.

So gehen Sie sicher, dass Ihr Kunde eingewilligt hat

Um sicher zu gehen, dass Ihr Kunde den Newsletter bzw. Ihre Informationen will, verwenden Sie das Double-Opt-In-Verfahren. Bieten Sie allen Nutzern Ihrer Webseite an, sich mit ihrer Email für den Empfang Ihres Newsletters oder Ihres “Tipp des Monats” oder Ähnliches zu registrieren.

Um auszuschließen, dass Ihr Kunde nicht gegen seinen Willen von jemand anders registriert wurde, lassen Sie ihn die Bestellung des Newsletters noch einmal bestätigen (doppelte Bestätigung). Dafür muss er auf eine Mail antworten, die Sie ihm (automatisch) aufgrund seiner Registrierung zugeschickt haben.

Wenn er das tut, ist alles paletti und Sie dürfen Ihm künftig Ihren Newsletter oder Ihren Tipp des Monats oder was auch immer zuschicken.

Zum Beispiel so:

Anmeldung zum kostenlosen Tipp-des-Monats von Elfriede Zitronenlimonade:

Vorname: Hansi

Nachname: Zitronenliebhaber

Emailadresse (erforderlich): Hansi@zitronenpresse.de

Ich möchte gerne von Elfriede.Zitronenliebhaber.de per E-Mail und telefonisch über neue Angebote von Zitronenliebhaber.de informiert werden. Diesen Service kann ich jederzeit per Klick auf den Link am Ende der Email abbestellen.“

Der letzte Satz ist wichtig, weil Menschen ja gerne ab und zu ihre Meinung ändern. Sie sollten (und müssen es rechtlich gesehen auch) deshalb Ihren Kunden in jeder Mail die Möglichkeit geben, den Newsletter abzubestellen. Das gleiche gilt für Telefonate. Sie sollten in jedem Telefonat darauf hinweisen, dass der Kunde der weiteren Verwendung seiner Daten jederzeit widersprechen kann.

Sie können diese Maßnahme sowie die anderen Verbraucherschutz- und Wettbewerbsvorschriften zum Marketing als nervend und einengend empfinden (Zitrone). Sie können die Pflicht, Verfahren wie das Double opt in zu benutzen, aber auch als Chance ansehen.

Sie können hier nämlich dem Kunden im Sinne eines echten Dialogmarketings zeigen, dass Ihnen sein Wohl und seine Interessen am Herzen liegen (Limonade).

Anders gesagt: Wenn Sie Ihre Kunden nicht nerven sondern erfreuen, haben Sie langfristig mehr Marketingerfolg.

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